Abenteuerurlaub

Heute Nacht schaukelte unsere rollende Hundehütte unruhig im Wind. Auf meinem Morgenspaziergang konnte ich mich kaum auf den Pfoten halten. Starker Wind zerrte an meinem Fell und die Flugbahn meines Spielzeugs konnte ich nur schwer berechnen. Das Meer bäumte sich zu riesigen Bergen auf. Die Wellen rollten mit lautem Getöse auf mich zu. Beim Anmarsch der großen Wasserberge wurde mir mulmig. Beate und Robert blieben ruhig und setzten sich mit mir an den Strand. Als auch noch ein erwachsener Golden Kumpel ganz entspannt am Meer entlang spazierte wusste ich, ich hatte nichts zu befürchten. Allerdings war ich froh, dass mich Robert und Beate heute nicht zu einem Bad im Meer aufforderten.

Kein Badetag für Anfänger und Welpen

Ich bin jetzt schon ein guter Schwimmer. Aber wenn das Meer so aufgewühlt ist, habe ich lieber festen Boden unter meinen Pfoten. Und am Strand gibt es auch allerhand zu entdecken. Ich verstehe überhaupt nicht, warum mir Beate alles was ich da aufnehme mit einem entschiedenen „Nein“ gleich wieder abnimmt. Im Tausch gegen ein Leckerli gebe ich meine Fundstücke gerne wieder ab. Aber bei Seetang kann ich einfach nicht widerstehen. Er lässt sich so schön zwischen den Zähnen hindurchziehen. Gerade jetzt wo sich meine Zähne neben den Milchzähnen hindurchschieben massiert der Seetang mein wundes Zahnfleisch. Beate schwört auf Baumwollkordeln und Igelbälle. Zurück am Wohnwagen greife ich gerne darauf zurück.

Wo geht's hier zur Schwimmmeisterschaft?

Urlaub ist toll!! Ich kann gut verstehen, dass ihr ganz aus dem Häuschen seid, wenn eure Zweibeiner die Taschen packen. Beim nächsten Mal weiß ich die Urlaubsvorbereitungen auch zu deuten. Ihr habt so recht. Die Zweibeiner sind dann so entspannt und die Ausbildungseinheiten machen viel mehr Spaß. Den einen oder anderen Ausrutscher nehmen sie auch nicht so ernst. Das Urlaubsleben ist ganz relaxt. Unsere rollende Hundehütte steht genau hinter dem großen Sandspielplatz und wenn es mir zu warm wird unter meinem Fell, frische ich mich der großen Badewanne ab. Das Wasser schmeckt sehr salzig und brennt etwas in den Augen. Aber der Badespaß ist riesengroß!! Gestern kam ein fast erwachsener Golden Kumpel an. Mit ihm werde ich morgen in See stechen. Aloha und Ahoi aus Sardinien, euer Ipo.

Mein großes Vorbild - sieben Jahre geballte Goldie Erfahrung

Posted in News | 5 Comments

Reiseausbildung

„Ciao Ipo und schönen Urlaub“, verabschiedeten mich unsere Nachbarn. Diesen Begriff hatte ich bisher weder in der Welpengruppe noch bei Robert und Beate gehört. Wir siedelten um in ein rollendes Haus, das Robert ans Auto anhing. Wir fuhren tagelang durch die Gegend und es lief artig hinterher. Wenn wir stoppten bot unser Anhang gemütliche Schlafplätze, reichlich Futter und genügend Platz für ausgiebige Spielrunden. Wo immer wir unser rollendes Haus parkten wimmelte es bereits vor Menschen, deren Sprachmelodie mir sehr sympathisch ist. Sobald ich mein rollendes Hotel verlies umzingelten mich Kinder. Sie  setzten sich zu mir auf den Boden, spielten und kuschelten mit mir.

Urlaub - eine tolle Ausbildung!

Gestern erreichten wir einen Platz an dem bereits hunderte solcher rollenden Häuser in Reih und Glied standen. Auf Kommando eines Mannes mit Trillerpfeife setzten sich alle gleichzeitig in Bewegung. Sein Doppelpfiff war das Signal für sofortiges Herankommen.Es funktionierte einwandfrei. Jeder folgte, ohne zögern, seinem Ruf. Auch wir fuhren in die große Öffnung und ließen dort unser rollendes Heim zurück. Enge Gassen, steile Stufen und stickige Luft – Robert und Beate blieben seelenruhig. Auch die vielen anderen Vierbeiner waren ganz entspannt. Nach endlosen Streifzügen durch die Flure erreichten wir eine Tür. Dahinter befanden sich zwei Betten, in die sich Beate und Robert fallen ließen. Nebenan bellten zwei Kumpels. Ich war todmüde und schlief sofort ein. Als ich aufwachte, drückte mich ein dringendes Bedürfnis. Robert klemmte mich unter den Arm und lief steile Stufen nach oben. An der frischen Luft setzte er mich auf den Boden und ich lies alles laufen, was sich in den vergangenen Stunden angesammelt hatte. Aber wohin mit dem großen Geschäft? Beate sprach das Zauberwort „be clean“. Das lies ich mir nicht zweimal sagen. So erleichtert, betrat ich den Speiseraum. Es roch wie bei unserem Italiener, dessen Stammgast ich mittlerweile bin. Wo immer ich auftauche, lassen die Menschen alles liegen und stehen und kommen auf mich zu. Ich genieße diese Aufmerksamkeit und hoffe, dass sich Beate und Robert ein Beispiel an den wildfremden Menschen nehmen. Zurück an Deck, konnte ich mich kaum auf den Pfoten halten. Der starke Wind wehte mich fast davon. Noch ein Nickerchen. Beate packte meinen Napf und Spielzeug wieder ein. Der Mann mit der Trillerpfeife legte wieder los und alle setzten sich erneut in Bewegung. Es war bereits dunkel. Wir rollten mit unserem Gefährt wieder aus der Öffnung. Jetzt ging es in Schlangenlinien zum nächsten Stellplatz. Wie Beate beim Bindungsspaziergang bog unser Gefährt plötzlich scharf rechts oder links ab. Als Robert einparkte und mich aus dem Heck des Autos holte, war ich bereits im Tiefschlaf. Heute Morgen verdrückte ich meine Abend- und Morgenration. Ich bin gespannt, was „Urlaub“ noch alles bedeutet und halte euch weiterhin auf dem Laufenden – wuff“ Euer Ipo!

Auf dem Schiff gelten die gleichen Regeln wie in der Welpengruppe.

Posted in News | 8 Comments

Bettgeflüster

Auf vielfachen Wunsch plaudere ich gerne wieder aus der Welpenstube „wuff“. Hundekinder brauchen viel Schlaf. Ist doch klar, dass ich nach und nach die besten Ruheplätze ausgemacht habe. Meine Hundekoje im Schlafzimmer finde ich ganz in Ordnung. Aber das kuschelige Schlafgemach von Frauchen und Herrchen zieht mich magisch an. Inzwischen sind meine Beinchen groß genug und ich kann aus eigener Kraft das Bett erklimmen. Oh wie gut schläft sich’s in den weichen, großen Kissen. Ich kann mir eine Kuhle darin zurechtmachen und schlafe schnell fest und tief. Gute Welpenträume sind garantiert. Leider gibt’s immer ein böses Erwachen, wenn Frauchen mich im Bett entdeckt. Mit einem strikten „Nein“ setzt sie meinem Soloschlaf ein Ende und befördert mich in mein Welpenlager. Der Unterschied ist gewaltig. Hat man sich erst mal an die menschlichen Schlafgemächer gewöhnt, ist an erholsamen Welpenschlaf im Hundebett nicht mehr zu denken.

Und ewig lockt das Himmelbett

Obwohl ich ein selbstbewusster, eigenständiger Welpe bin, habe ich ein extrem großes Bedürfnis nach Köperwärme. Was liegt also näher, als schnell mal zu Frauchen unter die Bettdecke schlüpfen? Trotz meiner mitleidigen Blicke unterbindet Beate konsequent jeden Betteroberungsfeldzug. Ich glaube ja immer noch fest daran, dass es ihr irgendwann zu blöd wird, aber im Moment kann ich noch nicht punkten. Von zehn Versuchen scheitern alle kläglich. Im Moment endet das Spiel immer zu Null für mich. Frauchens Hand befördert mich stets zurück auf den Boden. Am Ende dreht sie mir eiskalt den Rücken zu und lässt mich einfach abblitzen. Dabei ist sie sonst so sehr um mein Wohlergehen besorgt. Kann ihr vielleicht mal jemand erklären, wie wichtig erholsamer Schlaf für meine Entwicklung ist. Wie soll ich Kraft schöpfen für neue Abenteuer, wenn sie so wenig Rücksicht auf eine gesunde Schlafatmosphäre legt. Zugegeben – bei uns liegt in jedem Stockwerk eine Hundedecke auf die ich  mich zurückziehen kann. Aber Hunde sind Rudelwesen. Von Geburt an bin ich daran gewöhnt, mich eng an meine Geschwister zu kuscheln. Jetzt bleibt mir nur ein Kuscheltier. Ab morgen ändere ich meine Strategie und versuche bei Herrchen mein Glück. Wetten, dass wir Männer zusammenhalten und ich letztendlich meinen festen Platz an Roberts Seite auch nachts einnehme! Dann bleibt Beate nur die Wahl – entweder wir beide oder keiner.

Ich treffe immer die beste Wahl

Posted in News | 7 Comments

Kleidersorgen

Ich liebe weiße Blusen und T-Shirts. Sie zaubern einen rosigen Teint in jedes fahle Wintergesicht. Leider ist die Farbe weiß alles andere als welpentauglich. Wenn ich zwölf Kilo Golden Retriever Gewicht auf dem Arm trage, weil Ipo beim Stadtbummel plötzlich schlapp macht, wandert das gute Stück bereits nach kürzester Tragezeit in die Wäsche. Mit einem erwachsenen Hund kann sich Frau zumindest oben herum hell kleiden. Als Welpenmama bin ich gut beraten, wenn ich mich von Kopf bis Fuß in dunkle Farben hülle. Darauf sieht man zwar die hellen Hundehaare, nicht aber die Pfoten- und Schnutenabdrücke.

Frühjahrschic - blütenweiß

Schweren Herzens konzentrierte ich mich beim Frühjahrsshopping auf Hosen, Blusen und Shirts in gedeckten Farben und erntete beim Verkaufspersonal hämische Blicke. „Der ist doch so niedlich“, rief eine Verkäuferin entzückt, als Ipo frisch gestriegelt zwischen den Kleiderständern zu ihr hoch blickte. Es war einer dieser wenigen, sonnigen Tage, an denen ich Lust auf Frühjahrsmode verspürte. Wäre Ipo triefend nass mit dreckigen Pfoten eingelaufen, hätte ich mein Bedürfnis nach dunkler Kleidung nicht lange erklären müssen. Aber mein Welpe war so clean und chic – wie aus dem Ei gepellt. Die Verkäuferin blieb hartnäckig und präsentierte unnachgiebig helle Pastelltöne, die ich zwecks Ressourcenschonung dankend ablehnte. Ich wusste, dass sich die helle Hose trotz Schnäppchenpreis nicht rechnen würde. Selbst wenn der Sommer dieses Jahr seinem Namen Ehre machen sollte, käme ich auf höchstens fünfzehn Tragetage und selbst da, würde das gute Stück nach einer überschwänglichen Ipo Begrüßung bereits nach einmaligem Tragen in der Wäsche landen.

Welpenmama im Hundelook

Seit Ipos Einzug leistet meine Jeans wieder gute Dienste und ich krame meine alten Fummel wieder aus dem Kleiderschrank hervor. Ich fühle mich fast in Studentenzeiten zurück versetzt, als ich mit geringem Kleidungsbudget modisch kombinieren lernte. Selbst Sweater und T-Shirts, die ich eigentlich schon in die Kleiderverwertung geben wollte, kommen zu neuen Ehren. Wenn Ipo mit seinen scharfen Welpenzähnen voll Spieleifer an meinem Hosenbein zerrt, verleiht er meiner Jeans lediglich eine modische Note. Zerrissene Jeans sind wieder voll angesagt und ich bin mit meinen alten Klamotten wieder voll in Mode.

Posted in News | 4 Comments

Erziehungsglück

Aloha Mädels und Jungs. Mit elf Wochen bin ich schon fast erwachsen und kann mich auch mal zu Wort melden: „Wuff!“ Meine Glücksfee streut Frohsinn und Geborgenheit in mein Leben. Ich habe die beste Hundemutter der Welt. In meiner Welpenstube fühlte ich mich pudelwohl und jetzt habe ich bei Robert und Beate einen super Platz gefunden. Daueranimation, Ausbildung zum Leckerligourmet und Streicheleinheiten bis zum Abwinken. Das nenne ich Golden-Luxus-Hundeleben. Ich möchte mit niemandem tauschen.

Klar kommt den beiden auch das eine oder andere „Nein“ über die Lippen. Wenn sie das Wort in den Mund nehmen, tue ich gut daran, ihr Verbot zu akzeptieren. Solange „Nein“ heißt, dass ich (im Moment) weder auf der Couch noch im Bett neben den beiden kuscheln darf, kann ich gut damit leben. Dafür darf ich Beate die Finger abknabbern, während ich nach dem Leckerli giere, das mich zum „Fuß“ gehen animieren soll. Nachdem ich Robert nach wenigen Trainingseinheiten  „Fuß“ alle zehn Finger wund gebissen habe, ist er auf die Quietschente umgestiegen. Um an die zu kommen, klebe ich förmlich an seinem Bein. Schade eigentlich, größere Hundekeks hätten seine Finger auch geschont. Rindenmulchstücke liegen zu tausend in unserem Garten herum. Ich tausche sie gerne gegen Hundekekse. So gesehen sind die Beete ein wahres Schlemmerparadies. Autofahren finde ich mittlerweile auch ganz toll. Die nette Bedienung beim Italiener und das Stück Pizza Frutti di Mare haben mich überzeugt. Es lohnt sich, wenn ich mich im Gepäckraum hin und her schaukeln lasse.

Fuß gehen ist so lecker

In der Welpengruppe bin ich auf dem besten Weg zum Rudelchef. Die Ausbildungseinheiten „Sitz, Platz, Bleib“ mache ich mit der linken Pfote. Während die anderen Greenhorns fleißig trainieren bleibt mir ausreichend Zeit Löcher in den Rasen zu buddeln. Bahnsteig, Busbahnhof, Müllautos, Rasenmäher, Sirenengeheul – nichts davon bringt mich aus der Ruhe. Ich fühle mich schon fast wie ein Großer, wenn mich nur meine kleine Blase nicht immer wieder als Welpen outen würde. Das Kommando „be clean“ ist mir in Fleisch und Blut übergegangen. Doch ab und an ignoriere ich Beates Aufforderung, mich im rechten Moment zu lösen. Erst gestern ging das mächtig in die Hose. Ich konnte doch nicht ahnen, dass wir statt einer Spritztour in die Innenstadt einen Erlebnisausflug mit einstündiger Anfahrt unternehmen würden. Wenn ich an den Teppichfransen, den Schuhen oder an den Handtüchern knabbere, pfuscht Beate jetzt auch mit einem scharfen „Nein“ dazwischen. Meiner Glücksfee wird doch wohl nicht der Feenstaub für mein außergewöhnlich schönes Leben ausgehen? Wenn doch, hat jemand von Euch einen Tipp, in welchem Hundeshop man den Glücksfeenstaub nachbestellen kann?

Erziehungsarbeit setzt Glückshormone frei

Posted in News | 8 Comments

Wie man sich bettet

Ich hätte es wissen müssen. Unser Hundekind braucht weder kuschelige Hundebetten noch stille Rückzugsorte für erholsamen Schlaf. Innerhalb einer Nanosekunde fällt Ipo an jedem beliebigen Ort in den Tiefschlaf. Er knackt neben dem Geschirrspüler während ich die Teller einräume. Auf seinem Streifzug in der Dusche kippt er weg, als hätte er ein Erholungsbad genommen und im Büro träumt er statt auf dem flauschigem Hundebett unter dem Schreibtisch in der Ritze zwischen Lampe und Wand. Die Fernsehabende verbringt er am liebsten auf der Zeitschriftenablage aus Holz unter dem Wohnzimmertisch. Noch lieber quetscht er sich zwischen Stuhl- und Tischbein und verdunkelt das Gesichtsfeld indem er sich die Vorhänge über das Gesicht zieht.

Kuhle Extra Small – Mega Bequem

Viele seiner bevorzugten Schlafplätze fallen in den nächsten Wochen allein deshalb weg, weil er mit zunehmender Körpergröße einfach nicht mehr in die Liegekuhlen passt. Im Grunde ist es mir vollkommen egal wo Ipo seinen Hundeträumen nachhängt. Solange er nicht stundenlang auf den Fliesen liegt und durch Unterkühlung die kleine Blase noch öfter zum Entleeren reizt. Nur nachts kenne ich kein Pardon. Unermüdlich lege ich ihn zurück in die Hundekoje neben unserem Bett. Er wird sich davor hüten, seinen Schlafplatz zu verunreinigen und zeigt rechtzeitig an, wenn er nach Draußen muss. Das Hundebett ist mein Verbündeter in Sachen Stubenreinheit. Ipo hat sich mit seinem Nachtquartier arrangiert. Ab und an überkommt ihn das Kuschelbedürfnis. Mit Herz erwärmendem Blick steht er an meinem Bett und unterstreicht seinen Wunsch unter meine Decke zu schlüpfen indem er ständig versucht, auf die Matratze zu springen. Ich bleibe standhaft. Ich weiß, wie schnell aus dem kuschligen Welpen ein statthafter Rüde wird. Meinem Abwehrverhalten begegnet er mit stillem Protest und legt sich direkt vor seinem Hundebett auf das harte Parkett.

Kuschelentzugsprotest

Seit Ipos Einzug steigt mein Schlafdefizit. Mittlerweile mach ich es wie unser kleiner Welpe. Ich nutze jede Gelegenheit zum Sekundenschlaf. Kürzlich bin ich im Stehen an der Hausmauer lehnend eigenickt während ich die Sonnenstrahlen auf meinem Gesicht genoss. So lange ich nicht im Hundebett aufwache ist alles in bester Ordnung. Allerdings wüsste ich dann wenigstens wofür ich die exklusiven Accessoires gekauft habe. Was soll’s! Letzten Endes geht es nur um einen erholsamen Schlaf für die ganze Familie.

Posted in News | 9 Comments

Dringende Geschäfte

Unsere Nachbarn sind vorgewarnt. Wenn ich den Garten abschreite, konzentriert auf den Rasen blicke und bestimmt, aber leise das Codewort „be clean“ gebe, ist das keineswegs eine neue Methode den Rasen zu einem schnellen Wachstum anzutreiben. Es ist lediglich das Kommando für Ipo sich dort zu lösen, wo ich es für richtig halte. Ein Welpe, der viermal am Tag frisst, viel trinkt und eine kleine Blase hat, hält einen ganz schön auf Trab, wenn er lernen soll seine Geschäfte zuverlässig im Garten und nicht auf dem Teppich im Wohnzimmer oder auf dem Küchenboden zu erledigen. Sobald Ipo sich im Kreis dreht oder wie ein Staubsauger mit der Nase über den Boden fährt, lasse ich alles liegen und stehen, klemme mir den Knirps unter dem Arm und fetze im Sauseschritt mit ihm in den Garten. Dann schließt er seine Geschäfte schnell und zuverlässig auf dem Rasen ab. Schwieriger wird es, wenn ich ihn nach jedem Nickerchen und nach jedem Spiel auf die Wiese setze und er mich ganz erstaunt anblickt, was er denn nun anstellen solle. Dank der guten Vorarbeit des Züchters erinnert ihn selbst dann das Kommando „be clean“ daran sich zu lösen, statt dumm zu kucken. Anfangs foppte er mich, marschierte unverrichteter Dinge ins Wohnzimmer zurück und löste sich auf dem Teppich. Heute lasse ich ihn nicht eher ins Haus, ehe er nicht einen Tropfen vergossen oder den Rasen gedüngt hat.

Was soll ich hier?

Ipo ist, von ein paar Ausrutschern abgesehen, nach einer Woche tagsüber schon mal stubenrein. Ich stehe vor einem Haufen ungebügelter Wäsche und unerledigter Büroarbeit. Dafür bin ich wesentlich fitter. Mein Weg vom Dachgeschoss bis zur Terrasse führt über fünfunddreißig Stufen und vier Absperrgitter. Ich überlege ernsthaft, ob ich mich zum Wettbewerb im Hürdenlauf anmelde. Bei mir bleibt die Tagesarbeit liegen. Robert, der die Nachtschicht übernommen hat, leidet an Schlafmangel. Wie immer, arbeitet Robert auch beim Projekt Stubenreinheit genau nach Plan. Der Wecker klingelt um 2:30 Uhr und 6:30 Uhr. Schlaftrunken greift er zum Schlafmantel, zieht seine Jacke über und reißt Ipo gnadenlos aus dem Tiefschlaf. Während Ipo durch die Wiese torkelt und Robert „be clean“ tuschelt, drehe ich mich um und schlafe weiter. Und wenn Robert am nächsten Morgen beim Frühstück jammert erinnere ich ihn an die heilenden Kräfte des Tautretens. Schon Pfarrer Kneipp wusste, dass Barfußgehen durch nasses, kaltes Gras der allgemeinen Stärkung und Abhärtung dient. Zum Schnürsenkel binden bleibt ihm keine Zeit und mit Gummistiefeln im Schlafmantel macht er sich zum Gespött der Leute. Obwohl wir auch hier vorgebaut haben. Robert ist weder unter die Schlafwandler gegangen, noch einer geheimnisvollen Sekte beigetreten, sicherten wir unseren Nachbarn zu. Er hat lediglich den nächtlichen Part im Erziehungsprogramm Stubenreinheit übernommen und dazu gehört nun mal, dass er mit Ipo ein wenig auf- und abläuft, damit dessen Stoffwechsel in Schwung kommt und er brav sein Geschäft verrichtet.

Verdauungsspaziergang

Heute hat Robert für zwei Stunden meine Tagschicht übernommen. Ich musste dringende Besorgungen machen und ließ ihn vormittags für zwei Stunden mit Ipo zu Hause. Das Ergebnis: Alle Telefone blinkten und wiesen auf unbeantwortete Anrufe hin. Die restlichen Gespräche leitete er auf mein Handy um. Zwischen Einkaufsregalen und Abfallcontainern nahm ich seine Kundengespräche entgegen. Für das Frühprogramm hatte Robert keinen Plan. Aber vermutlich würde ich als Morgenmensch die Nachtschicht auch mächtig „versemmeln“. Unser beider Glück: Das Projekt „Stubenreinheit“ ist sicherlich bald passé.

Posted in News | 5 Comments

Juppi, duppi duuu!

Ich habe Schmetterlinge im Bauch. Ich könnte die Welt umarmen. Aloha Boy Ipo ist zurück in unserem Leben. Vergangenen Sommer hat sich der Kreis geschlossen. Ipo ging in eine andere Welt.  Robert versprach Ipo, dass er ihn findet, wenn er wieder zurückkehren sollte. Er solle ihm nur ein  Zeichen geben. Damals glaubte ich nicht wirklich, dass Ipos Weg wieder zu uns führt. Aber bei all dem Abschiedsschmerz half mir der Glaube daran, dass Ipo eines Tages wieder in unsere Familie kommt. Sicherlich halten uns viele für verrückt und für vollkommen durchgeknallt. Aber wir werden das Gefühl nicht los, dass uns Ipos Pfote die vergangenen acht Monate geführt hat.

Foto: Jörg Günther of Golden Acanthus

Wir hörten nur auf unser Herz. Alles lief wie von selbst. Der erste Kontakt mit der Züchterin. Ich muss heute noch schmunzeln, wenn ich daran denke, wie Robert mich bat sie anzurufen. „Was soll ich ihr sagen?“, fragte ich. „Ich weiß es nicht, aber du musst Kontakt aufnehmen.“ Wir standen kurz vor der Abreise nach Sardinien – das erste Mal ohne Ipo. „Ich weiß nicht, warum ich Sie anrufe, aber mein Mann bat mich darum.“ Die Züchterin lachte. Sie hatten gerade einen H-Wurf und alle Welpen waren bereits vergeben. Der I-Wurf war für den Winter geplant und die Züchterin setzte unser kurzerhand auf die Warteliste. Ich verbrachte schlaflose Nächte. Mein Verstand torpedierte gekonnt den Herzensweg. „Jetzt könnt ihr tun und lassen was ihr wollt. Genießt die hundefreie Zeit und packt alles hinein, was mit Ipo nicht möglich war“, so der Grundtenor. Trotz aller Bedenken stand immer wieder das Versprechen im Raum das Robert Ipo am Tag des Abschieds mitgegeben hat. Wir konnten nicht anders, als uns für einen Welpen aus dem I-Wurf entscheiden. Noch war die Hündin nicht läufig. Wer weiß, ob sie überhaupt aufnimmt?, versuchten wir uns zu beruhigen. Tief in unseren Herzen spürten wir, dass Ipo bereits wieder auf dem Weg zu uns ist.  Alles klappte wie am Schnürchen. Sechs Welpen erblickten das Licht der Welt. Am 25.01.2012 erreichte uns abends die SMS der Züchterin. Euer Rüde ist geboren. Er heißt Ikalou und wiegt 566g. Der erste Besuch. Wir nahmen ihn auf den Arm und spürten, es war Ipo. Bei jedem weiteren Treffen wurden wir bestätigt. Wir waren so vertraut mit Ikalou, als wären wir schon ewig mit ihm zusammen. Sobald er uns sah, marschierte er auf uns zu. Wir spürten eine tiefe Verbundenheit und als wir ihn nach acht Wochen beim Züchter abholten, tanzte er uns entgegen, als wolle er sagen: „Endlich komme ich wieder nach Hause!“

Es klingt verrückt und für viele ist es unvorstellbar, dass eine Hundeseele wieder zu einem zurück findet. Aber wir spüren ganz einfach, dass es so ist. Wir freuen uns auf die neuen Abenteuer mit Ipo. Das Leben hat uns wieder zusammengeführt, juhu!!!!

Willkommen daheim Aloha Boy Ipo

Posted in News | 12 Comments